Dublin für Einsteiger

13/10/2017

Ankunft am Flughafen

Der Dubliner Flughafen ist meines Erachtens recht übersichtlich und auch gut beschildert – in der Landessprache Irish (Gaeilge) und in Englisch. Mit der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus kommt man im neueren Terminal 2 an und mit Ryanair im Terminal 1. Folgt man von der Ankunftshalle aus den Beschilderungen zum Bus, hat man die Wahl zwischen dem Linienbus (Nummer 16 und 41), der einem im Schneckentempo und mit unzähligen Stopps für derzeit €3,30 bis ins Stadtzentrum bringt, dem Airlink und dem Aircoach. Mit letzteren dauert die Fahrt ins Stadtzentrum nur ca. 25 Minuten und das Ticket kostet €7 pro Person und Strecke. Wer plant und online bucht bzw. gleich ein Rückfahrticket mitkauft, kann noch einmal ein paar Euro sparen.  Daher sind sie eine super Alternative zum wesentlich teueren Taxi, das etwa genauso lange benötigt.

Dublin – ein paar Fakten

Ich bin von dem ganzen Gewusel und dem Geräuschpegel in der Innenstadt von Dublin immer etwas überwältigt. Abgesehen davon, ist Dublin eine vergleichsweise kleine Metropole, in dessen Großraum ca. 1,3 Mio. Menschen leben (Quelle: Dublin Chamber). Sie liegt an der Ostküste Irlands im gleichnamigen County und verfügt über einen Hafen, in dem u.a. Fähr- und Kreuzfahrtschiffe anlegen. Der Name Dublin kommt aus dem Gälischen von dubh linn, was soviel wie „schwarzer Pfuhl“ bedeutet. Sein moderner Name in Landessprache ist Baile Áth Cliath, das „Stadt an der Hürdenfurt“ heißt und keineswegs so ausgesprochen wird wie man es schreibt. Dieser gälische Name Dublins steht übrigens auch an den Bussen – also nicht davon verwirren lassen.

Trinity College & Co.

Es gibt gewisse Sehenswürdigkeiten, die dürfen auf einer Dublin-Tour nicht fehlen dürfen und sind daher „Standard“ bei jeder Rundreise. Und auch ich habe sie alle besucht, als ich die ersten Male nach Irland kam. So zum Beispiel das Trinity College, an dem man, selbst bei einer reinen Shopping-Tour, mindestens einmal vorbeiläuft. Es wurde 1592 von Queen Elizabeth I als Universität für die protestantische Elite gegründet; später waren dann auch katholische und andere Studenten zugelassen. Heute gibt es dort ca. 17,000 Studenten verschiedener Nationen. Zu berühmten Absolventen zählen u.a. Oscar Wilde, der Literatur-Nobelpreisträger Samuel Beckett und Bram Stoker (der mit dem Dracula :-)).
Ein Touristenmagnet ist das Trinity College vorrangig wegen des Book of Kells, einem kunstvollen Manuskript, das im frühen 9. Jahrhundert von Mönchen angefertigt wurde. Ebenfalls sehr beeindruckend ist der Long Room, die Bibliothek und wohl bekannteste Innenansicht des Trinity College, mit ihren unzähligen Werken. Mir persönlich hat die von Trinity Studenten geführte Tour über den Campus sehr gut gefallen.
Wer sich mehr für alte (christliche) Schriftstücke als für das Gebäude selbst interessiert, dem sei die Chester Beatty Library empfohlen. Dort ist der Eintritt frei und es gibt genug historische Manuskripte zum Sattsehen.

Zu den geschichtsträchtigen Gebäuden der Stadt zählt außerdem das General Post Office (GPO), das Hauptpostamt. Es war während des Osteraufstandes 1916 strategischer Mittelpunkt und Hauptquartier der Aufständischen, die für ein unabhängiges Irland von der britischen Krone kämpften. Man sollte auf jeden Fall einen Blick auf die Architektur, v.a. im Inneren des GPO werfen. Wer mehr über die Rebellion und die Freiheitskämpfer erfahren möchte, der kann sich das kürzlich eröffnete Museum anschauen, das sich ebenfalls im Gebäude befindet.

Die Straße auf der sich das GPO befindet, ist die O’Connell Street und als breiteste Straße quasi die Hauptader der Innenstadt. Als „Flaniermeile“ kann man sie nicht gerade bezeichnen, denn leider wurde in den 70er Jahren die Viktorianische Architektur größtenteils durch weitaus unschönere Häuser ersetzt. Am Kopfende der Straße, kurz vor der O’Connell Bridge, trohnt eine Statue des Namensgebers Daniel O’Connell, der in Irland ein bisschen so was wie ein Nationalheld ist.

Die O’Connell Bridge, die über den Liffey Fluss führt, bringt einen in den „Südteil“ der Stadt. Der Fluss ist dabei die strikte Grenze und es gibt sogar eine Rivalität zwischen Nord und Süd, wobei ein Nordstädter niemals (oder nur ungern) im südlichen Dublin wohnen würde und umgekehrt. Im Süden der Stadt, den man auch über die pittoreske und weitaus bekanntere Ha‘ Penny Bridge erreicht, befindet sich der großzügige St. Stephen’s Green Park, eine grüne Oase direkt neben dem Shopping-Paradies der Grafton Street und des St. Stephen’s Green Shopping Centre. Selbst wenn der Park bei schönem Wetter gut besucht ist, findet man immer noch ein Plätzchen, wo man in der Sonne liegen oder in aller Ruhe Enten füttern kann :-).

Etwa 10 Gehminuten von dort entfernt, befindet sich Merrion Square, den ich immer als Paradebeispiel für die Georgianische Architektur mit den typisch bunten Türen empfehle. Man fühlt sich dort beinahe wie in eine andere Zeit zurückversetzt und kann ganz nebenbei noch Oscar Wilde, oder zumindest seiner Statue einen Besuch abstatten.

Christchurch Cathedral vs. St. Patrick’s Cathedral

Die Christchurch und die St. Patricks Kathedrale sind die meistbesuchtesten Kirchen der Stadt, wobei mir persönlich letztere ein wenig besser gefällt. Beide sind protestantisch, was mich anfangs im katholischen Irland ein wenig überrascht hat . Man kann in beiden Kirchen an geführten, sehr interessanten Touren teilnehmen, bei denen man etliches an Hintergrundwissen und zur (Stadt-)geschichte erfährt, was einem sonst verborgen bliebe. Als Tourist und wenn man sich ordentlich umschauen möchte, sollte man die derzeit €6,50 in Christchurch und €5,00 Eintritt in St. Patricks bezahlen, die ja auch dem Erhalt der Gebäude dienen. Zu den Gottesdiensten muss man zwar keinen Eintritt zahlen, aber kann eben auch nicht umherlaufen.

Bier und Whiskey…

…wird man früher oder später auf jeder Irlandreise begegnen. Warum also nicht gleich in Dublin damit anfangen? Und wenn man Bier oder Whiskey in einem Museum trinkt, ist es dann nicht irgendwie auch Kultur? Im Guinness Storehouse kann man in einer dynamischen Ausstellung auf 7 Stockwerken alles über das „schwarze Gold“ erfahren, vom Brauvorgang bis zur Vermarktung. Obendrein lernt man den perfekten Pint zu zapfen und dieser ist schon im Eintrittspreis inbegriffen. Genießen kann man ihn dann in der Gravity Bar hoch über den Dächern Dublins, wofür es sich allein schon lohnt das Guinness Storehouse zu besuchen.

Wem es eher der irische Whiskey angetan hat – den man übrigens mit „e“ schreibt, also Whiskey und nicht Whisky wie den schottischen – der hat in Dublin mehrere Möglichkeiten. Es gibt die Jameson Distillery, die etwas jüngere Teeling Distillery und das Irish Whiskey Museum. Für welche man sich entscheidet, ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmacksache, denn eine Kostprobe gibt’s in jedem Fall.

„Erlebnisgastronomie“ vom Feinsten

Der Begriff Erlebnisgastronomie hat in Dublin eine ganz neue Bedeutung, denn irgendwie sind hier fast alle Pubs ein Erlebnis. Das liegt nicht zuletzt an der Live-Musik, die in einigen Lokalitäten bereits ab Nachmittag zu hören ist. Das natürlich vorangig im (Touristen-)Ausgehviertel Temple Bar, das ich, ausgenommen der Preise, durchaus empfehlen kann. Gerade wenn man nur kurz in Dublin ist, braucht man hier nicht lange suchen und bekommt irische Musik mit Pint an jeder Ecke geboten. Das ganze Viertel nennt sich Temple Bar, wobei es auch das Temple Bar Pub gibt, was sich selbstverständlich dort befindet und sozusagen sein „Flaggschiff“ ist.
Was wir Deutschen uns unter einem irischen Pub vorstellen – also so richtig urig mit allerlei Krims-Krams wie Postkarten oder alten Wagenrädern an der Wand – ist im Übrigen gar nicht so typisch irisch. Von meinem Mann weiß ich, dass es in den 80er Jahren eher nicht so gemütlich in den Pubs zuging, sondern diese vielmehr schmucklose Trinkhallen waren.

Wer erst einmal ganz gepflegt mit einer Mahlzeit durchstarten möchte, dem kann ich das J.W. Sweetman direkt an der O’Connell Bridge empfehlen. Es ist recht groß und verwinkelt; demnach findet man fast immer einen Platz und sitzt trotzdem kuschelig unter sich mit Blick auf den Liffey. Das Warten auf’s Essen kann man sich mit dem Lesen amüsanter Wandsprüche irischer Prominentenrvertreiben. Außerdem hat das J.W. Sweetman seine eigene Mikrobrauerei und man kann eine recht amüsanten Bierverkostung im Voraus buchen. Nachdem ich jegliche Biersorten von fruchtig-süß bis herb-rauchig durchprobiert habe, kann ich guten Gewissens sagen, dass ich definitiv kein Biertrinker bin.

Zwei Restaurants möchte ich nur mal kurz erwähnen, weil ihr Ambiente so speziell ist und die Räumlichkeiten einst einem ganz anderen Zweck dienten: Zum einen The Bank on College Green und The Church. Bei den Namen ist es glaube ich überflüssig zu erläutern, was die beiden jeweils vorher waren :-). Bezüglich des Essens kann ich mir kein Urteil erlauben, aber man muss sich ja dort auch nur mal ein Getränk gönnen, um sich in Ruhe umschauen zu können.

Fortsetzung folgt…

 

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